Skånerundan

Skånerundan

START UND ZIEL                                                   Text: John Ney und Ingvar Larsson
Als Anfang der 70er Jahre im Gebiet Klöxhult neue Wohnungen und eine Schule gebaut wurden (letztere wurde 1979 eingeweiht), diskutierte man die Anlage einer beleuchteten Langlauf-Loipe in der Nähe.

Die Arbeiten begannen 1978, und am 28. September desselben Jahres folgte die Einweihung der 2,4 km langen Loipe, die im Sommer als Trimm-dich-Pfad genutzt wird.
Finanziert wurde die Anlage durch das damalige Freizeitamt der Kommune Älmhult und durch Beiträge des Lions Club. Der Freizeitclub des Energie-versorgungsunternehmens Sydkraft, die Firma Killeberg Torv sowie die Vereinssport-Organisation Älmhultskorpen trugen durch ideelle Arbeitseinsätze und die Bereitstellung von Maschinen bei.
Im Laufe der Jahre kamen neue Loipen/Pfade hinzu, und 1990 wurde parallel zu deren Verlauf der 4,6 km lange Kulturlehrpfad Skånerundan angelegt.
1984 baute der Orientierungslauf-Verein OK Älme ein Clubhaus im Anschluss an die Anlage.

John Ney war während des 25-jährigen Bestehens der Anlage eine der treibenden Kräfte hinter dem Projekt. Er hat sich im Vereinssport der Umgebung engagiert und war Mitglied des Elmhults Sport Club. Die Tage eines Jahres, an denen man John Ney nicht auf der Anlage sieht, sind schnell gezählt. Bei seinen Einsätzen für die Sportanlage hat Ingvar Larsson ihn tatkräftig unterstützt.
Hier, am Start- und Zielpunkt, erinnert die Inschrift eines Gedenksteins daran, dass die Anlage 1978 gebaut wurde und seither vom Vereinssport von Älmhult instand gehalten wird.

                                                                         
1. Der Samuelshof                                                    Text: John Käll
Hier lag gegen Ende des 18. Jahrhunderts, Angang 19. Jahrhunderts ein Hof mit äuserst kleinen Bauten. Das Wohnhaus z.B mab nur 9x7 Alnar (5 1/5 x 4 Meter). Auch Wirtschaftsgebäude und Stall waren minimal. Aber hier wohnten Menschen mit starkem Willen und grob Fleib . Das sieht man nicht zuletzt an den vielen Ackergrenzen, die die Fläche markieren, die einmal, unter Blut, Schweib und Tränen und mit einfachsten Werkzeugen, bebaut wurde.
Die Bauten wurden bereits 1930 verlassen, aber die fruchtbaren Äcker wurden noch länger bewirtschaftet.
Nach dem Namen des Hofs zu schlieb en, war Samuel der letzte, der hier gewohnt hat.
2. Die Kanone                      Text: Ingvar Larsson und John Ney
Ein wirbelsturmartiger Orkan suchte am 29. Januar 2002 das Naherholungsgebiet Klöxhult heim. Der Windbruch im alten Waldbestand wurde auf ca. 600 m3 berechnet, und einige Bäume fielen über den Pfad und die elektrischen Leitungen für die Beleuchtung. Insgesamt verheerte der Sturm eine Fläche von 12.800 m2 (über 1,2 Hektar). Das Alter der Bäume wird auf rund 70 Jahre geschätzt. Glücklicherweise lag zu jener Zeit kein Schnee, was die Räumungs- und Wiederherstellungsarbeiten erleichterte. Die Räumung der Windbrüche, die Reparatur der Leitungen und die Wiederherstellung des Pfades forderten sehr viel maschinelle und manuelle Arbeit und umfassende ideelle Einsätze. Als Erinnerung an dieses Ereignis ließ man den größten Baum - eine Tanne - zurück. Zwei Stammabschnitte vom Wurzelende des Stammes bilden eine „Kulturinstallation“ in Form einer Kanone. Der Baum war übrigens 36 Meter hoch und 130 Jahre alt. Die „Kanone“ wurde auf einer kleinenAnhöhe auf dem Kahlschlag installiert, und in den Wurzelstock ist der Name der Installation eingraviert:

"Kanonen"
Minne av orkanen
29/1 år 2002
Die Kanone, Foto Gunnar Ihrén

Die Kanone, Foto Gunnar Ihrén

3. Der Björkelundhof                                                                             Text: John Käll
Das Anwesen hat auch schon einmal Hjertssons Hof geheib en nach der Familie Hjertensson, die den Hof als letzte bewohnt haben. Anders-Johan, der Familienvater, war Zimmermann und Baumeister. Nach seinem Tod verfielen die Bauten und wurden in den Dreib iger Jahren abgerissen. Ein Teil des Bauholzes wurde für ein Hühnerhaus in Froafälle verwendet. Beachten Sie die gemauerten Grube - hier befand sich ein kleiner Keller der von der Küche aus eine Verbindung durch eine Bodenluke hatte.
Das Wirtschaftsgebäude hatte einen Stall aus Stein unter dem Heuboden. Reste eines Dammes sind hinter dem Wirtschaftsgebäude zu sehen. Vielleicht war der Baumeister seiner Zeit voraus und hatte ein wassergetriebenes Hobelwerk. Maschinengehobelte Dachschindeln wurdenin jener Zeit verwendet.
4. Teergewinnung                                                     Text: John Käll 
Bis in die Fünfzigerjahre des vorigen Jahrhunderts war es hier gebräuchlich, Holz zum Teerbrennen durch "Melken" der heranwachsenden Kiefern zu gewinnen.
Dabei wurde die Rinde am Kieferfuß abgeschält. Im ersten Jahr vom Boden bis in eine Höhe von 30 cm. Dann jedes Jahr um weitete 15 cm bis man ungefähr 3 Alnar, bis 180 cm am Stamm geschält waren. Harz stömte aus diese Wunde und nach drei, vier Jahren konnte man Späne abhacken, die gebrannt Teer spendeten.
In seiner "Reise in Skåne" berichtet Carl von Linné über umfangreiche "Teergewinnung" hier im Linnégebiet.
5. Landschaftsgrenze Småland - Skåne                  Text John Käll
Die seit 600 Jahren existierende Landesgrenze Zwischen Schweden und Dänemark ist seit dem Frieden von Roskilde vom 26. Februar 1658 Landschaftsgrenze. Unter den Brunderkriegen im 17 Jahrhundert wurden die Guerillakämpfer SNAPPHANAR, Freischützen, genannt. Aber auch unter Scharmützeln von 1676 bis 1679 waren die Freischützen hier aktiv. Vom 26-27 Juli 1676 ereignete sich der berüchtigte "Loshultscoup", als die Kriegskasse von Karl XI geraubt wurde. Diese bestand aus u.a. Wagen voll geladen mit den größten Metallmünzen aller Zeiten, den sogenannten Kupferzetteln.

Es wird erzählt, daß die Bevölkerung von beiden Seiten der Grenze mitgemischt hat. Bis heute hat sich die Dialektgrenze zwischen dem småländischen und dem schonischen Dialekt erhalten.

Landschaftsgrenze Småland - Skåne, Foto Gunnar Ihrén

Landschaftsgrenze Småland - Skåne, Foto Gunnar Ihrén

5b. Grenzstein                                                          Text: John Ney
An der Landesgrenze zwischen Småland und Skåne, dort wo die Skånerunde (Forstmeile) sich schneidet, befindet sich dieser Grenzstein, um genau diesen Ort zu markieren. Der Grenzstein freut nicht nur die Sportler sondern dient auch vielen Schulklassen als Studienobjekt. Dieser Stein aus schwarzem Granit, der aus dem Steinbruch Tranetorp in Lönsboda kommt,  wird Diabas genannt  wiegt etwa 4 Tonnen  und darauf steht geschrieben
GRÄNS
SMÅLAND SKÅNE
Diabas
År 2002
JN
Grenzstein, Foto Gunnar Ihrén

Grenzstein, Foto Gunnar Ihrén

6. Der Narrarps Hof                                                  Text: John Käll
Gleich südlich der alten Landesgrenze nach Dänemark, der heutigen Grenze nach Skåne, befinden sich die Åuberreste eines kleinen Hofes namens Narrarp. Die Grundrisse von Wohnhaus, Wirtschaftsgebäude und Vorhaus sind das einzige, was übriggeblieben ist. Sonst ist alles vergessen. Die Zeichnung zeigt, wie es hier einmal ausgeschaut hat.
Wenn man dem Pfad einige hundert Meter gen Süden folgt, kann man auf einem kleinen Hügel eingegraben, nur die Vorderseite und das Dach waren aus Holz.

7. Teerrinne                                                               Text: John Käll
Eine Teerrinne ist eine Rinne, die in einen Hang gegraben wurde. Die Rinne wurde vollkommen von Steinen gesäubert und durch Trampeln ganz hart gemacht. Am unteren Ende wurde die Rinne mit einer Steinmauer abgeschlossen, in deren unterer Kante ein Holzrohr eingeführt wird. Bei der Herstellung von Teer wird danach mit einem dicken Lager Tannenreisig und Erde bedeckt, damit keine Luft dazu kann. Ist das sorgfältig ausgeführt, wird das Holz am oberen Ende der Rinne angezündet. Ist ein ordentliches Feuer entstanden, wird mittels einem Rohr ein Blasbalg angekoppelt.
Jetzt wird Luft dazugeblasen und das Feuer glimmt ohne zu brennen, das Harz, der Teer, wird ausgeschmolzen und rinnt durch die Rinne in das Rohr, wo es in großen Behältern aufgefangen wird und von dort in Tonnen gefüllt wird. Teer war in jenen Zeiten ein wichtiger Exportartikel von Småland.

Pechkochen Pech wurde aus dem Teer gekocht, der beim Teerbrennen entstanden ist. Das geschah in einem gußeisernen Tipf auf einem Steinofen, wie hier oben ganz links. Der Teer wurde solange gekocht, bis alles verdampft war. Jetzt war er ganz dick und wurde Pech genannt. Während das Pech noch heißt war, wurde es in Tüten aus Rinde gefüllt, die man Pechschrauben nannte. Sie wiederum wurden von Schustern und Sattelmachern verwendet, um den Zwirn zu imprägnieren, das Pech wurde auch zum Dichten von Holzbooten verwendet.

8. Kartoffelgrube                                                       Text: John Käll
Erdgruben wie hier wurden früher (18. -19. Jhd.) als Winteraufbewahrungsplatz für die Kartoffelernte verwendet, die man auf einer gerodeten Waldfläche erhalten hatte. Hier wurden u.a. Kartoffel angebaut.

Wenn der Weg zur Grube zu tief war, wartete man mit dem Transport der Ernte bis zum Winter. Da war alles gefroren und auf dem Schnee konnte man mit einem Schlitten und Zugtier leicht vorankommen. Währenddessen wurden die Kartoffeln in einer Grube neben dem gerodeten Waldstück verwahrt.

9.Steinmauern                                                         Text: John Käll
Småland ist für seine unzähligen Steinmauern bekannt, die Felder, Äcker und kleine Straßen begrenzen. Sie sind nicht bloß für die Landschaft bezeichnend, sondern auch Denkmäler für die harte Arbeit früherer Generationen. So schreibt zumindest Gunnel Holmér vom Smålands Museum im Kronobergsbuch 1979.

Es gibt viele verschiedene Arten von Steinmauern, wobei die in dieser Gegend typischste die sogenannte "Doppelmauer" ist, wie Sie hier beobachten können. Sie besteht aus zwei Kanten, die aus großen Steinen aufgemauert ist, zwischen die man kleine Steine geüllt hat. Aber woher noch wurde ein Graben ausgehoben, der bis in frostfreie Tiefen ging, der ebenfalls mit Steinen angefüllt wurde. Darüber wurde die Mauer errichtet. Die Seiten gingen nach innen, lehnten sich also gegeneinander, um optimale Festigheit zu erreichen. Bei der Errichtung einer Steinmauer handelte es sich klarerweise um eine harte und zeitraubende Arbeit, aber dafür wurde der Acker von Steinen befreit und man bekam Zäune, die nie mehr erneuert werden brauchten. Gewisse Mauern, die heute noch stehen, zeigen, mit welcher Geschicklichkeit diese Mauern errichtet wurden.

10. Der Hof Aspholmen                                             Text: John Käll
Aspholmen war ein Pachthof vom Gut Ormakulla, das ca 1 km weiter ostlich liegt, in dessen früherem Wirtschaftsgebäude der Heimatsverein Älmhult seine Sammlungen aufbewahrt.


Die letzten Bewohner auf Aspholmen waren das Paar Sven und Johanna mit ihren Kindern. In den Dreißigerjahren, nach dem Tod der beiden Alten, wurden die Häuser abgerissen. Die Kinder zogen nach Amerika Reste einer Wolfgrube liefgen auf dem Hügel gleich rechts vom Keller, Siehe spezielles Informationsblatt Ûber Wolfgruben!

                                                                     Ergänzung von John Ney
Auf einem großen Teil der Anbaufläche dieser Kate sind im Laufe der Jahre zahlreiche Wachholdersträucher herangewachsen. Der dichte und äußerst sehenswerte Bestand umfasst Sträucher mit der beachtlichen Höhe von bis zu 5 Metern.

11. Wolfgrube (Falle)                                               Text: John Käll
Früher wurde der Wolf ort der "Graue" oder "Graubein" genannt. Den richtigen Namen auszusprechen wurde nicht als ganz geheuer empfunden, da man glaubte, daß dadurch die blutgierigen Bestien herbeigelockt würden.

Umbestritten ist, daß Wölfe so weit im Süden bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts vorgekommen sind. Der letzte Wolf wurde in Småland im Jahr 1864 erlegt. Natürlich kam es des öfteren vor, daß zahme Tiere, die im Wald weideten, dem "Grauen" zum Opfer fielen, was für die oft armen Eigentümer der Tiere ein große finanzielle Einbuße bedeutete. Die Menschen hatten vor dem Wolf Angst und warn von großem Haß auf die Tiere erfüllt. Sobald sie also das Gerücht vom herannahenden Wolf vernommen hatten, wurde die Wolfgrube "geladen". Das ging somvor sich, daß gegen einen lange Strange in der Mitte der Grube ein Dach aus Zweigen, Blättern und Gras gelegt worde. (Obige Zeichnung zeigt das Prinzip). Das Dach war so konstruiert, daß es leicht einstürzen würde, wenn ein Wolf, oder wohl öfter ein Guchs, darauf trat, um auf ein kackerndes Huhn oder einen anderen Lockvogel, der an der Strange angebunden war. Jagd zu machen. Sobald das Dach eingestürzt war und das Raubtier in die Grube gefallen war und sich nicht mehr befreien konnte, konnten ihm die herbeieilenden Jäger leicht mit ihren Wolfspießen den Garaus machen..

12. Harastenen                                                         Text: John Ney
Wieso nennt man diesen Felsblock „Harastenen“? Es  handelt sich hier durchaus um keinen kleinen Stein, sondern um einen recht großen Felsblock, der hier in der Gegend von Klöxhult liegt. Er umfasst ca. 100 Kubikmeter (10x5x2 m), und der größte Teil seines Umfangs befindet sich oberhalb der Erdoberfläche. Das Eigenartige ist, dass es keine anderen Felsen in seiner Nähe gibt. Er liegt dort völlig einsam.
Aber woher kommt der Name „Harastenen"? Vor langer Zeit, als es in dieser Gegend noch mehr Hasen (das schwedische Wort für Hase ist „hare“) gab, kamen diese oft an diesem Felsblock vorbei, besonders, wenn sie von Hunden gejagt wurden. Das wussten die Jäger aus Erfahrung, weshalb bei Treibjagden ein Jäger beim „Harastenen“ (Hasenstein) postiert wurde. Und tatsächlich liefen die Hasen bei 9 von 10 Treibjagden hierher, sodass die Jagdbeute meist gesichert war. Hier hat man demnach schon immer gewusst, wie der Hase läuft.

Wie kam der Felsblock an diesen Ort? Er muss vom Inlandeis mitgerissen worden sein - vermutlich aus dem Norden. Etwas weiter nördlich von diesem großen Findling , aber auch südlich bis hinunter zum Kirchdorf von Loshult verlaufen zwei Gürtel von kleineren Steinblöcken. Es hat sich herausgestellt, dass der große Block mit dem Inlandeis mitgerissen worden war und, vielleicht aufgrund seines hohen Gewichts, schon etwas früher liegen geblieben ist.

Harastenen, Foto Gunnar Ihrén

Harastenen, Foto Gunnar Ihrén

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